Keramik Glasuren

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Keramik Glasuren

Die farbigen Keramik Glasuren werden auf den Scherben aufgetragen. Farbbrillanz ist die Folge von Lichtbrechung und Reflexion der Glasuroberfläche.

Glasuren sind glasartige silikatische Überzüge auf dem keramischen Scherben. Sie besitzen immer einen tieferen Schmelzpunkt als der überzogene Ton und haben den Zweck, den keramischen Träger dicht, hart, glatt und gegebenenfalls farbig zu machen. Keramische Glasuren entstanden wahrscheinlich beim Experimentieren mit Erzen und Feuer. Der wichtigste Glasbildner in Glasuren ist die Kieselsäure (Quarzsand). Das Glas aus dem Quarzsand hat die Eigenschaft, daß es erst bei einer Temperatur von 1700°C schmilzt und daß es eine hohe Viskosität und eine sehr geringe Wärmeausdehnung besitzt. Das kann man jedoch bei den Glasuren alles nicht gebrauchen. Für die hohe Schmelztemperatur gibt es keinen Ton, der sie aushalten würde. Die hohe Zähigkeit würde das Glattfließen verhindern. Und die geringe Wärmeausdehnung würde zum Abplatzen führen. Um also zu einer Glasur zu kommen, müssen diese Eigenschaften mit einem Flußmittel gemildert werden. Dabei gibt es jedoch keine Geradlinigkeit. Alle Mischungen aus Glasbildner und Flußmitteln haben ihre individuellen Höhen und Tiefen der Schmelztemperatur, was die Temperaturberechnung schier unmöglich macht. Aus entstehenden Fehlern entstanden zugleich besondere Effekte: z.B. Blasen, die aufplatzen und sich mit einer Eisenschmelze füllen, ergeben die Ölfleckenglasuren und Entmischungen sind die Effekte der Chün-Glasuren. Absolute Höhepunkte der Glasurkunst stellen die chinesischen Keramikglasuren dar. Sie sind teilweise rätselhaft und geheimnisvoll. Uns Europäern ist es noch nicht gelungen, alle diese Keramikglasuren von Grund auf selbst zu entwickeln.

Das Ausdehnen einer Keramikglasur ist auf das Dehnungsverhalten des Tons bei Erhitzung und Abkühlung eingestellt, so daß Glasur und Scherben an den Berührungsflächen innig miteinander verschmelzen. Es entstehen Spannungen zwischen Glasur und Scherben, wenn beide unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten besitzen. Als Folge können beim Abkühlen Haarrisse auftreten. Die Haarrißbildung wird begünstigt, wenn die Glasur schneller abkühlt als der Scherben. In der kunsthandwerklichen Keramik werden Haarrisse als Kraquelee geschätzt.

 

Literatur

Weiß, Gustav: "Abenteuer Erde und Feuer: das ist Keramik" - Bern; Stuttgart; Wien: Haupt, 2000

Mämpel, Uwe: "Keramik: Kultur- und Technikgeschichte eines gebrannten Werkstoffs" (Beiträge zur Witschafts-, Sozial- und Technikgeschichte der Porzellanindustrie, Bd. 6); herausgegeben vom Zentralen Archiv für die Deutsche Porzellanindustrie

 

Keramische Farben

Techniken der Keramik

Keramikherstellung

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