Produktionsprozeß von Keramik

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Produktionsprozeß von Keramik

Produktionsanlagen in der Kazuri Manufaktur zur Aufbereitung der Rohstoffe für die Keramikherstellung

Der wichtigste Rohstoff für die Keramikproduktion ist Ton. Die meisten Tone enthalten allerdings nicht mehr als 50% dieser reinen Tonsubstanzen. Mit "Ton" werden Gemenge aus verschiedenen Tonmineralien bezeichnet, die noch Beimengungen aus dem Muttergestein, Sande und eingelegerte Stoffe wie Eisenoxid und Kalk enthalten. Tonmineralien sind die Grundstoffe, die den Keramischen Massen die typischen Eigenschaften, wie Plastizität und Verfestigung durch Brennen verleihen. Tonlager lassen sich vielerorts entdecken, z.B. in Flußtälern, am Rand von Endmoränen oder in geologischen Becken. Bekannte Fundorte in Europa sind Cornwall in England, Zettlitz in Tschechien und der Westerwald in Deutschland. In Afrika findet man Ton in der Region des Mt. Kenya - Kenias höchstem Berg. Von hier bezieht die Kazuri Manufaktur den Rohstoff Ton zur Herstellung des weltbekannten Keramikschmucks.

 

Der Produktionsprozeß von Keramik erfolgt in folgenden Schritten:

- Die Rohstoffe werden zu Pulvern zerkleinert und mit Flüssigkeiten in einen plastischen Zustand versetzt.

- Die Formung erfolgt durch Pressen, Streichen, Drehen oder Gießen im kalten Zustand.

- Die geformten und getrockneten Gegenstände verfestigen sich in einem Brennprozeß (Sintern).

 

Die zum Brennen erforderliche Hitze entsteht beim Verbrennen von Holz, Kohle, Gas, Öl oder durch Wärmebestrahlung in Elektroöfen. Bei vorsichtiger Temperatursteigerung werden verschiedene Phasen durchlaufen. Wird die Anfangstemperatur zu schnell erhöht, zerplatzt der Tongegenstand. Im Brennabschnitt bis 950°C vollziehen sich stoffliche Veränderungen in der Keramischen Masse. Die Tonmineralien verlieren ihr chemisch gebundenes Wasser. Ein bis 800°C gebrannter Scherben - der Name Scherben wird benutzt, obwohl der Gegenstand nicht zerbrochen ist - ist verfestigt und hat sein Volumen gewöhnlich um mehr als 10% gegenüber der plastischen Masse verkleinert. Er ist gesintert. Bei einer Erhöhung der Brenntemperatur über 950°C entsteht ein härterer Scherben, der weniger porös ist. Wird die Erhitzung über 1100°C fortgesetzt, verdichtet sich der Scherben zunehmend, so daß er kein Wasser mehr aufnehmen kann. Gerät der Brand außer Kontrolle, können die Tongegenstände zu einer glasartigen Masse zusammenschmelzen. Während einer Haltezeit von ca. einer Stunde gart die Ware im Ofen. Anschließend kühlt der Ofen langsam ab. Ein zu schnelles Abkühlen der Ware führt zu Kühlrissen. Produktionsprozeß in der Kazuri Manufaktur

 

Literatur

Uwe Mämpel: "Keramik: Kultur- und Technikgeschichte eines gebrannten Werkstoffs" (Beiträge zur Witschafts-, Sozial- und Technikgeschichte der Porzellanindustrie, Bd. 6); herausgegeben vom Zentralen Archiv für die Deutsche Porzellanindustrie

 

 

 

 

 

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