Schmuck antiker Kulturen-Altägypten

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Die Entdeckung der Grabkammer des jungen Gottkönigs des Neuen Reiches von Ägypten - Tutenchamun - hat eine große Bedeutung für die Forschungsarbeiten auf dem Gebiet des altägyptischen Schmucks und ermöglichte es den Archäologen, Rückschlüsse auf die altägyptische Goldschmiedekunst zu ziehen. So war unter anderem die Intarsientechnik in bewundernswerter Weise zu einer stilistisch hochstehenden Kunstform entwickelt worden. Während der gesamten Pharaonenherrschaft (ca. 3000 Jahre) wurden die gleichen traditionellen Werkstoffe, Formen und Motive verwendet. Gold konnte für lange Zeit innerhalb der eigenen Grenzen in reichlichen Mengen gefunden werden. Auf dem Höhepunkt der Schmuckherstellung mußten die Schürfgebiete jedoch in Richtung der afrikanischen Ostküste ausgedehnt werden. Zu den traditionellen Schmucksteinen zählten der blutrote Karneol, der tiefblaue Lapislazuli und der blaugrüne Türkis. Die Seltenheit des Lapislazuli, der aus Afghanistan importiert werden mußte, führte zur Entwicklung von Imitationen aus Keramik und Glas. Grabmalereien und Hieroglyphen halfen den Archäologen bei der Analyse von Zweck und Bedeutung der Schmuckstücke. Schmuck verschönerte zum einen die Lebenden - Männer und Frauen. Halsschmuck war während der gesamten Pharaonenherrschaft (3000-30 v. Chr.) sehr beliebt. Der gebräuchlichste - der sogenannte "Halskragen" - bestand aus parallelen Perlenreihen, die senkrecht aufgezogen waren und einen Halbkreis bildeten. Armbänder waren geradezu obligatorisch. Sie wurden kunstvoll verarbeitet und mit magischen Symbolen verziert. Ohrringe waren bis zum Beginn des Neuen Reiches (1559-1085 v. Chr.) unbekannt. Zu dieser Zeit gehörten sie in Asien schon seit mehr als 2000 Jahren zur Mode. Es wird vermutet, daß sie von dort in Ägypten eingeführt wurden.

Schmuck wurde zum anderen als Talismann verwendet. Er sollte mit den immer wiederkehrenden Symbolen wie Schlangen, Skorpionen und anderen gefährlichen Tieren die bösen Geister vertreiben. Andere häufig auftretende Motive sind geometrische Symbole, wobei jedes von ihnen eine besondere magische Funktion aufweist. Ein weiterer Bereich der Goldschmiedekunst befaßte sich mit Orden und Dekorationen. Diese wurden für Tapferkeit oder dem Staat erwiesene Dienste verliehen.

Leider wurden viele Königsgräber über 4000 Jahre lang ausgeraubt, außer Landes geschmuggelt und an Privatsammler und Galerien in der ganzen Welt verkauft. Die Plünderungen setzten sich bis ins 20. Jahrhundert hinein fort. Aber selbst der kleine Teil, der von Plünderern übersehen wurde, ist mehr als ausreichend um zu erkennen, welch unvergleichliche Kunstarbeiten die ägyptischen Künstler der Goldschmiede in den 3000 Jahren hervorgebracht haben.

 

Literatur:

Anderson Black: "Die Geschichte des Schmucks" - München: Südwest Verlag GmbH & Co. KG, 1976

 

Schmuck der Etrusker

Schmuck der Römer

Schmuck der Sumerer

Schmuck primitiver Völker

Ursprung der Afrikanischen Kunst

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