Techniken der Keramik

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Techniken der Keramik

In der keramischen Prozeßkette werden die Rohstoffe aufbereitet und anschließend in die gewünschte Form überführt.

Jede Zeitepoche brachte ihre einzigartige Keramik hervor und entwickelte ihre Technik weiter. Waren die bodenständigen Voraussetzungen unzulänglich, entstand etwas Neues. Die keramische Entwicklung war demnach ein selektiver Prozeß. Eine bewußte Auslese und das Erkennen der Wandlungsfähigkeit der Tone schafften wichtige Grundlagen für den Entwicklungsprozeß. Die große Zahl an Keramikfunden läßt darauf schließen, daß es neben den Keramikzentren an vielen Orten Bauerntöpfer gab, die neben der Landwirtschaft Töpfe herstellten.

Die erste technische Neuerung war die Verwendung einer rotierenden Töpferscheibe, die die Trennung von Handwerk und Kunsthandwerk bewirkte. Sie führte zur Massenproduktion. Daneben gab es weiterhin Einzelstücke der Luxuskeramik. Ein weiterer Schritt war die Bevorzugung kalkreicher Tone. Dieser brauchte nur 750°C Brenntemperatur anstelle von 850°C. Der Scherben wurde heller und eignete sich besser zum Bemalen. Mit Feinschlämmen verbesserte man die Beschaffenheit des Tons.

Man unterscheidet in Urkeramik und glasierte Keramik. Bei der Urkeramik, die noch keine Glasur kannte, hat man es mit einfachen Techniken zu tun. Die glasierte Keramik stellt höhere Anforderungen an das Know-how. Sie verlangt die Kenntnis der Rohstoffe, der Mischungen, der Verarbeitung und des Brennens. Der Übergang von der Urkeramik zur glasierten Keramik (in Europa 10.-15. Jahrhundert) vollzog sich als Folge des anwachsenen Erfahrungswissens. Zusätzlich profitierte die Keramik von den Schmelzversuchen mit Erzen. Sie führten zu farbigen Pigmenten und Glasurflüssen. Die technologischen Höhepunkte waren im weiteren Verlauf der Geschichte an höhere Temperaturen gebunden. In Folge entstanden die Salzglasur im Rheinland, die Lehmglasur in Schlesien, die Aschenglasur in China und schließlich die Porzellane.

 

Literatur:

Gustav Weiß: "Keramik - Die Kunst der Erde: Kulturgeschichte und Techniken" - Bern; Stuttgart; Wien: Haupt Verlag 2004

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